25.02.2011
Werner Faymann ehrt Rudolf Gelbard

Der Bundeskanzler zeichnet Professor Rudolf Gelbard mit dem Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich aus

"Rudolf Gelbard ist uns allen in seinem unermüdlichen Einsatz ein großes Vorbild. Als Zeitzeuge der NS-Verbrechen setzt er sich seit Jahrzehnten aktiv und beharrlich gegen das Vergessen ein und leistet unverzichtbare Aufklärungsarbeit", sagte Bundeskanzler Werner Faymann anlässlich der heutigen Verleihung des Silbernen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich an Professor Rudolf Gelbard im Wiener Bundeskanzleramt.

Gelbard, geboren 1930 in Wien, hat als eines weniger Kinder die Internierung im Konzentrationslager Theresienstadt überlebt. Er war und ist laufend als Vortragender in Schulen, bei Symposien und Lehrveranstaltungen aktiv, gibt sein Wissen an die nachfolgenden Generationen weiter. Die Arbeit im Bildungs- und Kulturbereich war und ist ihm ein stetes Anliegen, so auch in seiner Funktion als Kulturreferent der Israelitischen Kultusgemeinde.

Bundeskanzler Faymann warnte in seiner Würdigung davor, die in der Nachfolge der Wirtschafts- und Finanzkrise aufgetretenen Unsicherheiten vieler Menschen zu unterschätzen. Soziale Ungerechtigkeit war Anfang der 30er Jahre bereits einmal Nährboden für Demagogen - die Abschaffung der Demokratie und die Verfolgung und Ermordung von Millionen von Menschen war die Folge der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Daran gelte es zu erinnern.

Deshalb, so der Bundeskanzler, sei es von so großer Bedeutung, dass Österreich die Folgen der Krise effizient abfedern konnte. Dennoch müsse man die Unsicherheiten und Ängste der Menschen ernst nehmen. Diese Aufgabe, Vertrauen zu schaffen oder es zurückzugewinnen, brauche zu jeder Zeit ganz besondere, verständnisvolle und kluge Vermittler.

"Rudolf Gelbard leistet mit seinem Engagement einen ganz wesentlichen Beitrag zum kollektiven Bewusstsein Österreichs und ist zu einer Zentralfigur der österreichischen Erinnerungskultur geworden", so Faymann. Als Mahner gegen Rechtsextremismus, Faschismus und Antisemitismus sei er uns ein Ansporn, dass wir immer wachsam bleiben. "Es ist mir eine große Freude, Rudolf Gelbard heute im Namen der Republik Österreich zu ehren", sagte Bundeskanzler Faymann abschließend.

Rückfragehinweis:
Mag. Leo Szemeliker
Pressesprecher
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